GBH

Missstände am Bau aufgedeckt

ORF berichtet: GBH-Flatz: "Klare Scheinfirmen"

40 Prozent der ausländischen Baufirmen, die in Österreich tätig sind, haben laut Bauarbeiter-Abfertigungskasse zu wenig Lohn gezahlt. Sie hat bis August 4.300 Baustellen kontrolliert. In Vorarlberg stellt sich die Situation ähnlich dar.

Die Kontrollen der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse brachten auch in Vorarlberg Missstände am Bau ans Tageslicht: Von 42 ausländischen Firmen stehen 11 unter Verdacht des Lohndumpings - 40 Mitarbeiter sind betroffen. Unter den 36 österreichischen Firmen, die man in Vorarlberg geprüft hat, gibt es zwei Verdachtsfälle und drei betroffene Mitarbeiter.


Lohndumping am Bau

Lohndumping am Bau ist offenbar weit verbreitet: 40 Prozent der ausländischen Baufirmen, die in Österreich tätig sind, haben ihren Arbeitnehmern zu wenig Lohn gezahlt.

Gerhard Flatz, der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz in Vorarlberg, sagt, man müsse gegen Lohndumping im Land mehr tun, auch wenn das Problem woanders größer sei, etwa in den östlichen Bundesländern. „Da sind natürlich verstärkte und vermehrte Kontrollen wichtig zum Schutz der inländischen Arbeitnehmer, aber auch der inländischen Betriebe, die ja laut Statistik sehr sauber arbeiten.“

„Ganz klare Scheinfirmen“

Die Gewerkschaft fordert auch eine Verschärfung der EU-Entsenderichtlinie. Zuletzt sind über slowakische Firmen hunderte Osteuropäer zur Schwarzarbeit nach Österreich gebracht worden. Die Gewerkschaft spricht von modernem Menschenhandel. „Da merkt man natürlich ganz klar, dass viele Firmen im Ausland gar nicht tätig sind, sondern nur gegründet werden, um billige Arbeitskräfte nach Österreich zu entsenden“, so Flatz. „Das sind ganz klare Scheinfirmen.“

Strafen können oft nicht vollzogen werden

Die Baugewerkschaft kritisiert, dass derzeit Strafen gegen Entsendefirmen in den Herkunftsländern nicht vollzogen werden können. Außerdem schlägt sie vor, die Sozialversicherungsdaten der EU-Länder für Kontrollen zu vernetzen, was derzeit nicht möglich ist. Für Flatz wäre es zudem sinnvoll, die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeiter in Österreich einzufordern: „Das ist schon ein Aspekt, wo natürlich ein ausländischer Anbieter billiger sein kann, wenn er im Herkunftsland die niedrigeren Abgaben zu leisten hat.“

Nach Ansicht von Flatz könnte man vielem einem Riegel vorschieben, wenn man mehr auf das Bestbieter-Prinzip bei der Vergabe von Bauaufträgen achten würde. Aber das sei kaum der Fall. Genau das würde die jüngste Statistik der Kontrollen auch beweisen.

Zum gesamten Beitrag des ORF Vorarlberg:

http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2870920/

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