Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in den Nutzungsbedingungen. Nutzungsbedingungen
GBH

Steuerreform: Beseitigung von „Ausnahmen“ kann Spengler 3.000 Euro im Jahr kosten

Will Regierung „ausmisten“? – Höhere Steuern auf Erschwernis-, Schmutz- und andere Zulagen?

Gewerkschaften / Steuern / Steuerreform / Bundesregierung
 
10.01.2019, 10:50 | OTS0063 | ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
 

Steuerreform: Beseitigung von „Ausnahmen“ kann Spengler 3.000 Euro im Jahr kosten


Will Regierung „ausmisten“? – Höhere Steuern auf Erschwernis-, Schmutz- und andere Zulagen?


(Wien/OTS/ÖGB) - Aus dem Finanzministerium war im September zu hören, dass das Steuersystem „einfacher“ werden muss. Ausnahmen sollten laut Aussagen von Staatssekretär Hubert Fuchs wegfallen. Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, warnt: „Das würde für ArbeitnehmerInnen Verluste bedeuten, die sich auf Tausende Euro pro Jahr summieren. Und es würde Menschen mit schwerer Arbeit besonders hart treffen, denn von der Steuerpflicht ausgenommen sind z. B. Schmutzzulage und Nachtschichtzulagen. Ein konkretes Beispiel: Ein Spengler könnte durch volle Besteuerung von Schmutz- und anderen Zulagen mehr als 3.000 Euro pro Jahr verlieren.“


„Wir Steuerberater waren immer für ein einfacheres Steuerrecht“, hatte Staatssekretär Fuchs im September zum Kurier gesagt: „So wie das Einkommensteuergesetz jetzt ist, wird es in den Mistkübel geworfen, (…) wir wollen Ausnahmen und Sonderbestimmungen ausmisten.“ Aber was sind Ausnahmen und Sonderbestimmungen? Zum Beispiel Zuschläge für Feiertags- und Nachtarbeit, Überstunden, Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen, aber auch Reise-Taggelder, sprich Diäten.


Zwtl.: Offenbar sollen ArbeitnehmerInnen neue Begünstigungen für Industrielle finanzieren
Bisher hat die Bundesregierung zwar einige Details ihrer Steuerreform durchsickern lassen – aber niemand hat die Beseitigung der Ausnahmen bisher dementiert. Es deutet also einiges darauf hin, dass die ArbeiterInnen und Angestellten, aber auch BeamtInnen wie PolizistInnen, dafür bezahlen müssen, dass die Regierungsparteien ihre Wahlkampfspender aus der Industrie entlasten möchte“, sagt Achitz.


BEISPIELE FÜR VERLUSTE EINZELNER ARBEITNEHMERiNNEN


Spengler: Minus 3.000 Euro pro Jahr
Bruttoentgelt: 3.373,26 Euro
Netto derzeit: 2.478,04 Euro
Netto, wenn Erschwerniszulage, Schmutzzulage und Entfernungszulage versteuert werden müssen: 2.202,03 Euro
Der Spengler verliert pro Monat 276,01 Euro, pro Jahr 3.036,11 Euro

Diplomierte Krankenpflegerin: Minus 1.600 Euro pro Jahr
Bruttoentgelt: 2.781,43 Euro
Netto derzeit: 2.043,90 Euro
Netto, wenn Infektionszulage und Nachtdienstzulage versteuert werden müssen: 1.898,43 Euro
Die Krankenpflegerin verliert pro Monat 145,47 Euro, pro Jahr 1.600,17 Euro
 
Nachtarbeiter, chemische Industrie: Minus 1.900 Euro pro Jahr
Bruttoentgelt: 2.550,44 Euro
Netto derzeit: 1.948,81 Euro
Netto, wenn Nachtschichtzulage versteuert werden muss: 1.775,49 Euro
Der Arbeiter verliert pro Monat 173,32 Euro, pro Jahr 1.906,52 Euro
 
Polizistin: Minus 1.500 Euro pro Jahr
Bruttoentgelt: 2.842,13 Euro
Netto derzeit: 2.056,74 Euro
Netto, wenn Zuschläge voll versteuert werden müssen: 1.930,74 Euro
Die Polizistin verliert pro Monat 126 Euro, pro Jahr 1.512 Euro


Rückfragehinweis:
ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Florian Kräftner
01/53 444-39 264, 0664/301 60 96
florian.kraeftner@oegb.at
www.oegb.at
www.facebook.com/oegb.at
www.twitter.com/oegb_at

 

Artikel weiterempfehlen

Die Gewerkschaft Bau-Holz in
den Bundesländern...

AK-Wahl Vorarlberg

Wann28. Jänner bis 7. Februar 2019 WoVorarlberg

AK-Wahl Tirol

Wann28. Jänner bis 7. Februar 2019 WoTirol