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GBH
v.l.n.r.: Huss, Danninger, Zsak, Eder
Der Künstler Benjamin Zsak Der Künstler Benjamin Zsak

Denkmal für verunfallte Arbeiter

Huss & Eder: Der Kampf gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten darf niemals aufhören.
2017 verunglückten auf Salzburger Baustellen 5 Arbeitnehmer tödlich. Österreichweit waren es 24 tödliche Arbeitsunfälle am Bau. Dazu kamen noch 6 Unfälle am Weg zur oder von der Baustelle.
 
Insgesamt 30 tödliche Unfälle waren für die Gewerkschaft Bau-Holz und die Arbeiterkammer Salzburg Grund genug, allen bei der Arbeit verunglückten oder durch Berufskrankheiten verstorbenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Denkmal zu widmen.
 
„Der Kampf gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten darf  niemals aufhören. Das zeigt auch die kürzlich erschienene Unfallstatistik für das Jahr 2018. 106.390 Arbeitsunfälle Erwerbstätiger und 1.140 Berufskrankheiten waren lt. AUVA Statistik zu verzeichnen. Das waren um 2.229, oder 2,14 % mehr Unfälle als noch im Jahr davor. Die Berufsneuerkrankungen gingen hingegen um 55 (-4,6 %) zurück.“, informiert Andreas Huss, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz. 
 
In Salzburg ("Bundesland des Unfalls") wurden 7.826 Unfälle (2017 7.702) erfasst. Somit sind auch hier die Unfälle, allerdings bei zunehmender Beschäftigung, gestiegen. Die Unfallrate pro 1.000 Arbeitnehmer sank minimal (von 36,02 auf 35,86 ). „Erfreulich ist, dass die tödlichen Arbeitsunfälle insgesamt in Salzburg von 12 auf 6 zurückgegangen sind. Jeder einzelne Todesfall am Arbeitsplatz ist aber einer zu viel. Es besteht kein Grund, die Unfallprävention zu vernachlässigen“, warnt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. 
 
Unfälle am Bau reduziert

Auch am Bau in Salzburg konnten die Unfälle leicht reduziert werden. Von 1.591 (2017) auf 1.583 im Jahr 2018. Die Unfallrate reduzierte sich auch hier minimal (von 89,53 auf 89,42 Unfälle pro 1.000 Arbeitnehmer). Damit ist der Bau aber nach wie vor die unfallhäufigste Branche in Salzburg.
 
Die tödlichen Unfälle sind 2018 auf Österreichs Baustellen von 24 auf 22 leicht zurückgegangen. In Salzburg erfreulicherweise von 5 auf einen tödlichen Unfall. Das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass alle Bausicherheitspartner (Gewerkschaft Bau-Holz, Arbeiterkammer, Bauinnung, Arbeitsinspektorat, AUVA) nach dem „Schockjahr“ 2017 einen absoluten Bau-Schwerpunkt eingeleitet haben. „Neben Veranstaltungen für Unternehmen, für Baupoliere und Vorarbeiter, hat das Arbeitsinspektorat Salzburg verstärkt Baustellen auf ihre Sicherheit überprüft. Dieses Engagement zeigte offenbar Wirkung“, ist Huss überzeugt und ergänzt: „Als sichtbares Zeichen zur Erinnerung an all die Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten entstand 2017 die Idee für ein Denkmal für verunglückte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, das in Form eines Kunstwerkes errichtet wurde.“
 
Denkmal von HTL-Schüler entworfen

Die GBH und die AK hatten unter den Schülern der Bildhauerfachschule der HTL Hallein einen Wettbewerb ausgerufen. Der Entwurf von Benjamin Zsak „30/2017“ging dabei als Siegerprojekt hervor. „Wir bedanken uns bei allen jungen Bildhauern für ihr Engagement und die tollen Ideen. Wir gratulieren dem Sieger herzlich. Ebenso danken wir der Stadt und Vizebürgermeister Auinger für die Möglichkeit, das Denkmal am Grund der Stadt, passenderweise in der Hans-Webersdorfer-Straße, zu errichten“, so Bau-Holz-Geschäftsführer Andreas Huss und AK-Präsident, ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. Der Plan, dass das Denkmal pünktlich zum Workers Memorial Day am 28.4.2019 enthüllt wird, ging dank des Einsatzes von Benjamin Zsak, der HTL Hallein und allen beteiligten Handwerkern auf. 
 
„Wir freuen uns, dass wir dieses wichtige Zeichen für mehr Achtsamkeit, Umsicht und Rücksicht bei der täglichen Verrichtung unserer Arbeit heute enthüllen dürfen“, sagen Huss und Eder. Beide erinnern: „Dazu gehört auch der umsichtige Umgang mit dem Thema Arbeitszeit. Lange Arbeitszeiten und die damit verbundene Übermüdung sind nach wie vor Unfallursache Nummer eins.“
Die Inschrift des Denkmals:
 
30/2017

30 Bauarbeiter verunglückten im Jahr 2017 im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit tödlich.
Dieses Denkmal wurde zum Gedenken an alle bei der Arbeit verunglückten oder an den Folgen von Berufskrankheiten verstorbenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer errichtet. Die Gewerkschaft Bau-Holz und die Arbeiterkammer Salzburg widmen es den Opfern sowie deren Hinterbliebenen.

Unser Dank gilt dem Künstler Benjamin Zsak, Schüler der Bildhauerfachschule, HTL Hallein, für die Gestaltung des Denkmals sowie der Stadt Salzburg für die Errichtungsbewilligung in der Hans-Webersdorfer-Straße. Hans Webersdorfer war Landessekretär der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter (1932 bis 1939) und der erste Präsident der Arbeiterkammer Salzburg (1945 bis 1955).

Möge uns dieses Denkmal auch eine Ermahnung für mehr Achtsamkeit, Umsicht und Rücksicht bei der täglichen Verrichtung unserer Arbeit sein.

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