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Andreas Huss, MBA Andreas Huss, MBA

Schwere Arbeitsunfälle auf Salzburgs Baustellen!

Bau-Sicherheitspartner in Salzburg informieren

Im vergangenen Jahr sind auf Salzburgs Baustellen 7 tödliche Arbeitsunfälle passiert, dazu kamen viele schwere Arbeitsunfälle mit zum Teil irreparablen, schweren Beeinträchtigungen für die Betroffenen. Diese Unfälle waren Anlass für die Salzburger „Sicherheitspartner“ Arbeitsinspektorat, Allgemeine Unfallversicherungsanstalt und Gewerkschaft Bau-Holz, eine Sicherheitscharta zu entwickeln.
Leider prägen auch heuer wieder schwere, aber auch tödliche, Arbeitsunfälle das Bild auf unseren Baustellen. Auch wenn die Gesamtzahl der Arbeitsunfälle erfreulicherweise jährlich sinkt, die Schwere der Unfälle zeigte 2017 leider in die entgegengesetzte Richtung.

Andreas Huss, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz: „Ich sehe die Häufung der schweren Unfälle vor allem im steigenden Zeitdruck auf den Baustellen. Wir haben nach wie vor Hochkonjunktur, die mit längeren Arbeitszeiten und damit mit unkonzentrierten und übermüdeten Arbeitnehmern einhergeht. Zudem werden die Bauzeiten immer kürzer, um Fremdfinanzierungen möglichst kurz zu halten. Dazu kommt, dass auch die vorbereitenden Planungszeiten kürzer werden, was sich oft auch in Improvisationsnotwendigkeiten auf den Baustellen zeigt. Die erforderlichen, vom Baustellenkoordinator vorgesehenen und geplanten Sicherheitsmaßnahmen kommen dadurch oft nicht ausreichend zum Tragen. Eine notwendige Absturzsicherung weniger, und der Absturz ist fast vorprogrammiert. Neben dem persönlichen Leid für die Betroffenen und deren Familien sind auch die volkswirtschaftlichen Kosten von Arbeitsunfällen enorm. Pro Arbeitsunfall kann gut und gerne mit Kosten von 22.000 Euro gerechnet werden.“

Ferdinand Loidl, Leiter des Arbeitsinspektorates Salzburg: „Die Hauptursachen sind oft in einer mangelnden Baukoordination und in einer mangelnden Kontrolle durch Firmenverantwortliche wie Geschäftsführung, verantwortlich Beauftragte und Poliere vor Ort zu sehen. Leider fehlen immer wieder Absturzsicherungen, oder persönliche Schutzausrüstung wird nicht oder mangelhaft verwendet. Bei der Benutzung von Arbeitsmitteln werden Rückhaltesysteme (Gurte) selten verwendet und Leitern sind sehr oft mangelhaft abgesichert (Sicherung gegen Wegrutschen). Dies ist auch der Grund, warum 2018 seitens des Arbeitsinspektorates verstärkt Baustellenkontrollen und Beratungen durchgeführt werden (derzeitiger Stand: 1100 Baustellenkontrollen). Insbesondere der Zeitdruck im Herbst, Baustellen vor dem Winterbeginn fertig zu stellen, schafft viele Gefahrensituationen. Hier gilt jedoch auch der Grundsatz: „Sicheres Arbeiten bedeutet schnelleres Arbeiten“.

Die Zahl der Arbeitsunfälle auf Baustellen konnte in den letzten Jahren wohl gesenkt werden (Salzburg: 2017: 1.561, 2016: 1649), trotzdem ist das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, auf einer Baustelle höher als anderswo. Durch den Baufortschritt ständig wechselnde Arbeitsplatzbedingungen, permanent einwirkende Witterungseinflüsse, das erforderliche Zusammenarbeiten mehrerer Unternehmen auf einer Baustelle sind nur einige Beispiele für die besonderen Rahmenbedingungen, unter denen Bauarbeiter arbeiten müssen.
Unordnung auf der Baustelle, fehlende Schutzausrüstung und das Fehlen von Sicherheitseinrichtungen, aber auch Stress, Überbelastung, Ermüdung und Unaufmerksamkeit sind Folgen dieser Rahmenbedingungen.    


Maßnahmen zur Unfallvermeidung


Schon bei der Bauplanung gilt es deshalb, wichtige Schritte einzuplanen und bereits großes Augenmerk auf die Planung von Sicherheitsmaßnahmen zu richten (BauKG). Die Koordination des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes ist die Pflicht eines jeden Bauherren. Die Einteilung von Ressourcen wie geeigneten Personal und Arbeitsmittel sind wichtige Maßnahmen in der Arbeitsvorbereitung der ausführenden Unternehmen, um das Risiko am Bau zu verringern.

Prävention rechnet sich


Die regelmäßige Präventionsarbeit rechnet sich. In Schwerpunktbetrieben, die durch den AUVA – Unfallverhütungsdienst häufiger betreut und beraten werden, gehen die durch Arbeitsunfälle verursachten Ausfallzeiten deutlich stärker zurück als in anderen Betrieben. Unternehmen, die das Thema Unfallvermeidung und Gesundheitsschutz in den täglichen Ablauf integrieren, weisen niedrigere Unfallzahlen und Krankenstandstage auf.

„Es ist wichtig, hier Hand in Hand mit den Unternehmen und eng mit den Führungskräften zusammenzuarbeiten. Durch unsere Präventionsarbeit bringen wir das Thema regelmäßig ins Bewusstsein der verantwortlichen Führungskräfte und der betroffenen Mitarbeiter und tragen so wesentlich zur Unfallvermeidung bei. Statistische Auswertungen und wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßige Präventionsarbeit sich sowohl in der Unfallstatistik als auch in der Anzahl der Krankenstandstage auswirkt“, so Ing. Manfred Keuschnigg, Stv.-Leiter Unfallverhütungsdienst AUVA Salzburg.

Unser Ziel ist es, das Leben und die Gesundheit aller Personen am Bau zu bewahren.
Um die Sicherheit auf Baustellen zu erhöhen, hat die AUVA die Sicherheits-Charta initiiert, die von allen maßgeblichen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, Vertretern der Planer sowie der Arbeitsinspektion mitgetragen wird. Die Unterstützer der Charta setzen sich gemeinsam dafür ein, dass auf Baustellen die Sicherheitsregeln gemäß der Charta befolgt werden.

Zentraler Ansatz der Sicherheits-Charta ist: Wer immer auf einer Baustelle eine Gefahr erkennt, setzt alles daran, dass zuallererst diese Gefahr behoben und danach weitergearbeitet wird.

Zur operativen Umsetzung der Sicherheits-Charta haben wir je acht Sicherheitsregeln für den Hochbau und für den Tiefbau mit Sicherheitstipps für alle Baubeteiligten erarbeitet.
Mit der konsequenten Einhaltung der acht Regeln könnten mit Sicherheit viele Arbeitsunfälle vermieden werden.
In den nächsten Wochen und Monaten werden die Partner wieder zur Gesprächen und Informationsveranstaltungen einladen, um für die Umsetzung der Charta auf den Baustellen bei Firmen und Arbeitnehmern zu werben.
Firmenchefs, Bauleiter, Poliere, Sicherheitsfachkräfte und natürlich Arbeitnehmer sind die Zielgruppe für diese Informationskampagne, um den schweren und tödlichen Arbeitsunfällen auf Salzburgs Baustellen den Garaus zu machen.

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