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GBH

Aufklärung der Arbeiter

Bericht aus der Kleinen Zeitung Steiermark vom 15.09.2017

Aufklärung der Arbeiter 

Slowenisches Lohndumping auf steirischen Baustellen: bis jetzt ungelöst. Nun wendet sich die Gewerkschaft direkt an die Arbeiter.  

 

Von Hannes Gaisch-Faustmann  

 Es ist nicht die erste Initiative gegen Lohndumping aus Österreichs südlichen und östlichen Anrainerstaaten, aber sie ist dringend nötig. „Die Situation ist nicht besser geworden“, beklagt Josef Muchitsch, Chef der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH). Und fügt bestimmt hinzu: „Wir akzeptieren nicht länger, dass Billigarbeiter aus Slowenien den steirischen Arbeitsmarkt so stark beeinflussen.“  

Doch bisher laufen die Maßnahmen ins Leere. In der Steiermark ist die Zahl der Fälle von Unterentlohnung bei ausländischen Firmen doppelt so hoch wie im Rest Österreichs. Bei 145 überprüften Bauunternehmen aus dem Ausland (von Jänner bis August) zahlten 116 ihren Arbeitern zu wenig. „Es wird jedes Mal desaströser“, sagte Rigobert Rainer, Chef der Finanzpolizei Region Süd, Ende Mai nach einer Aktion scharf.  

 Aus Sicht der Gewerkschaft sind unbezahlte Überstunden, Überschreitungen der gesetzlichen Arbeitszeit, falsche Entlohnungen und unkorrekte Anmeldungen die häufigsten Vergehen, erklärt Andreas Linke, Landesgeschäftsführer der GBH. „Typischerweise gibt es diese Verstöße auf Baustellen mit kurzen Einsatzzeiten, beim Innenausbau und bei der Fassadensanierung“, ergänzt Muchitsch. „Slowenische Firmen lösen damit bewusst einen unfairen Wettbewerb aus.“  

Die Gewerkschaft kann nicht kontrollieren, aber informieren. Deshalb rief die GBH gemeinsam mit dem Land Steiermark die Aktion „Faire Arbeit“ ins Leben. In Spielfeld wurde in unmittelbarer Nähe zum Grenzübergang eine Anlaufstelle geschaffen, in der slowenische Arbeiter über ihre Rechte und Pflichten auf österreichischen Baustellen in ihrer Muttersprache aufgeklärt werden. „Seit Mai gab es rund 450 Anfragen und Beratungen, ohne dass wir es beworben haben“, sagt Muchitsch. Eine Website (www.faire-arbeit.at) mit allen Infos ging ebenfalls online. Außerdem werden Baustellen aufgesucht, um zu informieren. Das Projekt ist auf drei Jahre befristet, das Ressort von Vize-LH Michael Schickhofer investiert 144.000 Euro. „Wir brauchen die Arbeiter aus Slowenien und bekennen uns zum gemeinsamen Raum, aber es müssen sich alle an die Regeln halten“, erklärt der SP-Politiker.  

 Der Wermutstropfen: Slowenien wurde eingeladen, beim Projekt mitzumachen, lehnte dies bis jetzt aber ab. Eine bessere Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und Behörden Sloweniens sei jedenfalls ein Ziel, so Schickhofer.

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