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ÖGJ-Hofer: „Höhere Lehrlingsentschädigungen setzen Anreize, eine Lehrlingsausbildung zu absolvieren!“

Viele Lehrlingsentschädigungen steigen 2018 zwischen sechs und 16 Prozent – ÖGJ fordert 850 Euro im 1. Lehrjahr

Gewerkschaften / ÖGJ / Jugend / Lehrlingsausbildung / Kollektivvertrag
 
20.12.2018, 11:10 | OTS0058 | ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
 


ÖGJ-Hofer: „Höhere Lehrlingsentschädigungen setzen Anreize, eine Lehrlingsausbildung zu absolvieren!“


Viele Lehrlingsentschädigungen steigen 2018 zwischen sechs und 16 Prozent – ÖGJ fordert 850 Euro im 1. Lehrjahr


(Wien/OTS) - „2018 war ein gutes Jahr für viele Lehrlinge, denn ihr Einkommen steigt in vielen Kollektivverträgen zwischen sechs und 16 Prozent an“, freut sich Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). „Das ist ein gutes und wichtiges Signal und zeigt, dass das Engagement und die Leistung der Lehrlinge wertgeschätzt werden."


Mehr als 15.000 Lehrlinge im Handel können sich über durchschnittlich acht Prozent mehr Geld pro Monat freuen. Im Metallgewerbe profitieren 17.000 Lehrlinge von einer durchschnittlichen Erhöhung um 7,1 Prozent, 7.500 Lehrlinge in der Metallindustrie bekommen um bis zu 16 Prozent mehr. Die rund 1.000 IT-Lehrlinge freuen sich über eine Erhöhung der Lehrlingsentschädigung von 6,82 Prozent, und auch bei der Bahn gibt es für die 1.600 Lehrlinge um 6,5 Prozent mehr.


„Höhere Lehrlingsentschädigungen setzen Anreize für Jugendliche, eine Lehrlingsausbildung zu absolvieren“, ist Hofer sicher. „Denn viele müssen sich ihren Lebensunterhalt bereits selbst finanzieren oder zum Haushaltseinkommen beitragen. 850 Euro Lehrlingsentschädigung im 1. Lehrjahr sind daher das Mindeste!“ Die ÖGJ fordert eine Mindestlehrlingsentschädigung von 850 Euro auf Kollektivvertragsebene auch deshalb, weil sonst im Zuge der Anhebung der Mindestlöhne die Lehrlingsausbildung im Gegensatz zur Hilfsarbeit unattraktiver wird. „Und wir alle wissen, dass Menschen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, dreimal so oft von Arbeitslosigkeit betroffen sind, als mit einem Lehrabschluss“, so Hofer.


Zwtl.: Jugendvertrauensräte stärken, nicht abschaffen


“Jugendvertrauensrätinnen sind junge mutige Menschen, die auf eine gute Ausbildungsqualität und Arbeitsbedingungen im Betrieb schauen. Sie setzen sich tagtäglich für ihre KollegInnen ein und waren auch maßgeblich daran beteiligt, dass die Lehrlingsentschädigungen in der Höhe gestiegen sind, weil sie mit am Verhandlungstisch sitzen“, bekräftigt Hofer einmal mehr die Wichtigkeit des Jugendvertrauensrates, den die Regierung plant abzuschaffen. „Die Mitbestimmung der Jugend muss gestärkt und nicht abgeschafft werden!"


Zwtl.: Ausbildungsqualität in der Lehre verbessern


Die Lehrlingsausbildung in Österreich ist beispielgebend für ganz Europa, betonen VertreterInnen der Wirtschaft häufig. „Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen, sondern müssen bestehende Probleme beheben. Anstatt zum Beispiel die Mangelberufsliste wahllos zu erweitern, sollte die Regierung das tun, was sie im Regierungsprogramm groß angekündigt hat. Nämlich den Wert und die Bedeutung der dualen Ausbildung stärken, aber auch endlich Maßnahmen zur Überprüfung der Qualität in der Lehrlingsausbildung setzen“, fordert die ÖGJ-Vorsitzende.


Auch die Unternehmen seien in Punkto Lehrlingsausbildung gefordert. Hofer ist überzeugt: „Wenn die Arbeitsbedingungen und die Ausbildungsqualität passen, kommen die Arbeitskräfte in den derzeit weniger beliebten Jobs von selbst zurück.“


Rückfragehinweis:
Österreichischer Gewerkschaftsbund
Mag.a Barbara Kasper
Tel.: 0664 6145221
barbara.kasper@oegb.at
www.oegb.at
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