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Bau: Es geht wieder was

Analyse der "Kleinen Zeitung": Erfreuliche Auftragslage, aber Billigkonkurrenz macht weiter Druck

Die Wachstumsprognosen werden nach unten revidiert. Der erhoffte Befreiungsschlag, der auch die trübe Situation am Arbeitsmarkt aufhellen könnte, ist weiterhin nicht in Sicht. 

 Es gibt aber Lichtblicke. Einen liefert ausgerechnet die Bauwirtschaft – eine Branche, die normalerweise als schnell reagierender Pegelstandsmesser bezüglich des Wachstumsniveaus gilt. Statt bergab zeigt der Pfeil dort aber nach oben.

Die "Kleine Zeitung" analysierte die Situation am Bau und kommt zu klaren Schlüssen: Die Arbeitslosigkeit am Bau geht zurück, die Auftragslage bessert sich. Euphorie ist aber nicht angesagt, denn der Preisdruck ist immer noch enorm. Das größte Problem ist der Lohnunterschied innerhalb der EU. Während in Österreich ein Bauarbeiter brutto im Monat 2184 Euro verdient, sind es in Slowenien 1001 Euro und in Rumänien sogar nur 324 Euro. Selbst wenn die Arbeitgeber diesen Arbeitern in Österreich illegale (niedrigere) Löhne zahlen, verdienen sie mehr als zu Hause. Daher habe sich die Zahl der entsendeten Arbeiter seit 2010 vervierfacht. Die meisten kommen aus Ungarn, Slowenien, der Slowakei und Polen.

Baugewerkschafter Josef Muchitsch fordert daher schärfere Regeln gegen Sozialdumping auf EU-Ebene. „Es ist Zeit, dass Österreich verstärkt Richtung Brüssel auftritt.“

Seit heuer müssen öffentliche Stellen Bauaufträge nach Bestbieterprinzip ausschreiben. Im Kern bedeutet das: Der Preis ist nicht mehr das einzige Kriterium. Der Haken: Welche Kriterien und Gewichtungen konkret anzuwenden sind, ist gesetzlich nicht verankert. Daher hat die Bausozialpartner-Initiative „Faire Vergaben“ einen umfassenden Katalog an Kriterien für das Bestbieterprinzip erstellt. 

 Neben dem Preis können für öffentliche Auftragsvergaben auch soziale und ökologische Kriterien herangezogen werden, unter anderem, ob eine Firma in der Nähe der Baustelle beheimatet ist (aus Umweltgründen), ob sie auch ältere und inländische Arbeitnehmer beschäftigt oder ob sie Lehrlinge ausbildet.

Erste Erfolge zeigt das neue Vergaberecht bereits, nicht zuletzt ist das Bewusstsein für Qualität ist bei den Kunden stärker in den Köpfen verankert.

Den gesamten Artikel gibt es neben diesem Beitrag zum Download. 

 

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