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ÖGB-Präsident: „ArbeitnehmerInnen sind keine Untertanen“

„Regierung der Bosse“ will 60-Stunde-Woche durchpeitschen

Arbeitsmarkt / Arbeitszeitflexibilisierung / Gewerkschaften / ÖGB / Foglar
 
25.05.2018, 14:01 | OTS0143 | ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
 


ÖGB-Präsident: „ArbeitnehmerInnen sind keine Untertanen“


„Regierung der Bosse“ will 60-Stunde-Woche durchpeitschen


(Wien/OTS) - „Wer bis jetzt Zweifel daran hatte, wessen Wunschliste die Regierung abarbeitet, dem sollte spätestens jetzt klar sein, wohin die Reise gehen soll: Großindustrielle haben bei Sebastian Kurz den generellen 12-Stunden-Tag und damit die 60-Stunden-Woche bestellt, und der Bundeskanzler liefert“, betont ÖGB-Präsident Erich Foglar.
Im Rahmen einer Veranstaltung der „Kleinen Zeitung“ hat Kurz Wirtschaftsgranden, Konzernbossen und damit den Großspendern seines Wahlkampfes versprochen, den 12-Stunden-Tag um jeden Preis durchzusetzen.

Geschenke für Industrie

„Es ist ein sehr durchsichtiges Manöver, das die Regierung der Bosse und Konzerne hier durchführt. Auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen wird die Industrie mit Steuergeschenken und der 60-Stunde-Woche belohnt. Um diese Arbeitszeitflexibilisierung gut zu verkaufen, schreckt die Regierung leider auch nicht vor der Verbreitung von ‚Fake-News‘ zurück“, stellt Foglar fest.

Massive Verschlechterungen für Berufstätige

Eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 60 Stunden ist bereits jetzt in klar geregelten Ausnahmefällen und für begrenzte Zeit möglich. Nun will aber die Regierung diese Ausnahme zur Regel erklären. Dadurch drohen die ArbeitnehmerInnen massive Verschlechterungen, wie z. B.: aufgezwungener Zeitausgleich statt fairer Überstundenzuschläge. Wird das Zeitguthaben mehrmals ins nächste Jahr übertragen, und erst dann als Zeitausgleich verbraucht, dann werden niemals Überstundenzuschläge bezahlt: Das bedeutet weniger Geld durch die entfallenen Zuschläge, Arbeit auf Abruf und damit keine Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Klare Spielregeln, statt purer Ideologie

Es ist für Unternehmer gar kein Problem, auch in Spitzenzeiten ihre Produktionen fertig zu stellen. Per Betriebsvereinbarung ist es möglich 8 Wochen am Stück die Arbeitszeit auf 12 Stunden täglich und damit 60 Stunden in der Woche zu erhöhen. Aber dafür muss es klare Spielregeln geben: Lange Schichten müssen planbar sein und es muss einen Ausgleich geben, entweder in Form von Zeit oder Geld. Der Regierung geht es hier um pure Ideologie, denn sachlich besteht keine Notwendigkeit für eine von oben diktierte gesetzliche Arbeitszeitflexibilisierung“, erklärt der ÖGB-Präsident.

„Dass der Kanzler der Bosse stolz verkündet, Maßnahmen auch gegen den Widerstand von ÖGB und AK durchpeitschen zu wollen, zeigt deutlich welchen Stellenwert ArbeitnehmerInnen und ihre Anliegen in dieser Regierung haben – nämlich den von Untertanen und nicht den, gleichberechtigter Sozialpartner“.

Rückfragehinweis:
Alexa Jirez
ÖGB-Kommunikation (Leitung)
Pressesprecherin des ÖGB-Präsidenten Erich Foglar
1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1
(01) 53 444 39261
0664 614 50 75
www.oegb.at
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