ÖGJ-Michlmayr: Image der Lehre bei Unternehmen heben
ÖGJ fordert Fachkräftemilliarde
Wien (OTS/ÖGJ) - "Wir brauchen einen Mix aus verschiedenen
Maßnahmen, um für mehr Lehrstellen und damit auch für mehr gut
ausgebildete Fachkräfte zu sorgen", sagt Jürgen Michlmayr,
Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, zu Vorschlägen
des Wirtschaftsbundes. Der Aussage von
Wirtschaftsbundegeneralsekretär Haubner, wonach sich Unternehmen
nicht vor der Lehrlingsausbildung drücken würden, kann Michlmayr
nicht zustimmen. "Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Zahl
der Lehrlinge sinkt - was heißt das denn sonst, als dass die Firmen
weniger ausbilden?"
Den geforderten Maßnahmen nach Ausbau der Berufsorientierung oder
mehr Bildungsberatung in den Schulen kann der Jugendvorsitzende voll
zustimmen. "Wir brauchen jede Maßnahme, die dafür sorgt, dass junge
Menschen sich für eine gute Berufsausbildung entscheiden, die auch zu
ihren Talenten und Interessen passt", so Michlmayr. "Ich stimme zu,
dass Imagekampagnen bei den Jugendlichen alleine nicht genügen, um
die Zahl der Lehrlinge zu heben. Was wir brauchen, sind
Imagekampagnen für Unternehmen, die die Fachkräfteausbildung mehr und
mehr in die öffentliche Hand verlagern und sich dann darüber
beschweren, dass das zu viel kostet, wie Herr Haubner das tut."
Haubner hatte beklagt, dass öffentliche Mittel für Lehrwerkstätten
drei Mal so hoch seien wie jene für die Lehrstellen. "Der
Wirtschaftsbund soll nicht beklagen, dass es keine Mechatroniker gibt
und nach staatlichen Maßnahmen rufen, denn die Wirtschaft hat es
selbst in der Hand", schlägt Michlmayr vor. "Wenn Sie Mechatroniker
brauchen, dann bitteschön bilden Sie eben welche aus."
Zur fairen Finanzierung der Lehrlingsausbildung fordert die
Österreichische Gewerkschaftsjugend eine Fachkräftemilliarde. Ein
Prozent der Bruttoentgeltsumme soll von den Unternehmen eingehoben
werden. 2009 wären so aus der Lohnsumme der Vollzeitbeschäftigten
756,2 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Rechnet man die
Teilzeitbeschäftigten mit, kommt man auf eine Milliarde Euro für die
Fachkräfte-Aus- und Weiterbildung - Mehreinnahmen von 850 Millionen
Euro im Vergleich zum derzeitigen Modell, wonach die Betriebe in den
Insolvenzfonds Geld für die Lehrstellenförderung einzahlen. Geld aus
der Fachkräftemilliarde soll dann an jene (derzeit gerade 20 Prozent
der) Unternehmen fließen, die Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen
aus der Fachkräftemilliarde die Plätze in überbetrieblichen
Ausbildungsplätzen finanziert werden, die derzeit der Bund (über das
AMS) finanziert. Ersparnis für die SteuerzahlerInnen: 150 Millionen
Euro pro Jahr. "Wir erwarten aber auch, dass wegen der Förderungen
künftig mehr Unternehmen selbst ausbilden und daher weniger Plätze in
überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen notwendig sein werden",
sagt Michlmayr.
Rückfragehinweis:
Florian Kräftner
ÖGB-Kommunikation
0664 3016096
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/143/aom
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS154 2012-06-08/13:39
081339 Jun 12
Maßnahmen, um für mehr Lehrstellen und damit auch für mehr gut
ausgebildete Fachkräfte zu sorgen", sagt Jürgen Michlmayr,
Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, zu Vorschlägen
des Wirtschaftsbundes. Der Aussage von
Wirtschaftsbundegeneralsekretär Haubner, wonach sich Unternehmen
nicht vor der Lehrlingsausbildung drücken würden, kann Michlmayr
nicht zustimmen. "Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Zahl
der Lehrlinge sinkt - was heißt das denn sonst, als dass die Firmen
weniger ausbilden?"
Den geforderten Maßnahmen nach Ausbau der Berufsorientierung oder
mehr Bildungsberatung in den Schulen kann der Jugendvorsitzende voll
zustimmen. "Wir brauchen jede Maßnahme, die dafür sorgt, dass junge
Menschen sich für eine gute Berufsausbildung entscheiden, die auch zu
ihren Talenten und Interessen passt", so Michlmayr. "Ich stimme zu,
dass Imagekampagnen bei den Jugendlichen alleine nicht genügen, um
die Zahl der Lehrlinge zu heben. Was wir brauchen, sind
Imagekampagnen für Unternehmen, die die Fachkräfteausbildung mehr und
mehr in die öffentliche Hand verlagern und sich dann darüber
beschweren, dass das zu viel kostet, wie Herr Haubner das tut."
Haubner hatte beklagt, dass öffentliche Mittel für Lehrwerkstätten
drei Mal so hoch seien wie jene für die Lehrstellen. "Der
Wirtschaftsbund soll nicht beklagen, dass es keine Mechatroniker gibt
und nach staatlichen Maßnahmen rufen, denn die Wirtschaft hat es
selbst in der Hand", schlägt Michlmayr vor. "Wenn Sie Mechatroniker
brauchen, dann bitteschön bilden Sie eben welche aus."
Zur fairen Finanzierung der Lehrlingsausbildung fordert die
Österreichische Gewerkschaftsjugend eine Fachkräftemilliarde. Ein
Prozent der Bruttoentgeltsumme soll von den Unternehmen eingehoben
werden. 2009 wären so aus der Lohnsumme der Vollzeitbeschäftigten
756,2 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Rechnet man die
Teilzeitbeschäftigten mit, kommt man auf eine Milliarde Euro für die
Fachkräfte-Aus- und Weiterbildung - Mehreinnahmen von 850 Millionen
Euro im Vergleich zum derzeitigen Modell, wonach die Betriebe in den
Insolvenzfonds Geld für die Lehrstellenförderung einzahlen. Geld aus
der Fachkräftemilliarde soll dann an jene (derzeit gerade 20 Prozent
der) Unternehmen fließen, die Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen
aus der Fachkräftemilliarde die Plätze in überbetrieblichen
Ausbildungsplätzen finanziert werden, die derzeit der Bund (über das
AMS) finanziert. Ersparnis für die SteuerzahlerInnen: 150 Millionen
Euro pro Jahr. "Wir erwarten aber auch, dass wegen der Förderungen
künftig mehr Unternehmen selbst ausbilden und daher weniger Plätze in
überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen notwendig sein werden",
sagt Michlmayr.
Rückfragehinweis:
Florian Kräftner
ÖGB-Kommunikation
0664 3016096
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/143/aom
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS154 2012-06-08/13:39
081339 Jun 12
