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Gewerkschaftsjugend: Lehrlingsentschädigungen weiterhin in Kollektivverträgen regeln

Vorsitzender Ernszt erfreut, dass mit Grüner Wirtschaft auch UnternehmerInnen für Ausbildungsfonds nach ÖGJ-Modell eintreten

 
Gewerkschaften / Bildung / Arbeitsmarkt / Jugend
03.02.2017, 10:59 | OTS0073 | ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund

 

Gewerkschaftsjugend: Lehrlingsentschädigungen weiterhin in Kollektivverträgen regeln

Vorsitzender Ernszt erfreut, dass mit Grüner Wirtschaft auch UnternehmerInnen für Ausbildungsfonds nach ÖGJ-Modell eintreten

 

(Wien/OTS/ÖGB) - Gute Ansätze, aber auch die Gefahr der Einkommenskürzung von Lehrlingen sieht Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) in den Vorschlägen der Grünen Wirtschaft zur Reform der dualen Lehrlingsausbildung. Besonders erfreut ist Ernszt, dass das ÖGJ-Modell eines Ausbildungsfonds nun auch von Wirtschaftsseite Unterstützung findet.

Eine Vereinheitlichung der Lehrlingsentschädigungen quer über alle Berufe findet hingegen keine Zustimmung durch die Gewerkschaftsjugend. „In der Praxis würde das wohl gravierende Einkommenskürzungen für Lehrlinge bedeuten“, warnt Ernszt. Die Kollektivverträge seien nach wie vor das beste Instrument, denn sie können die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit jeder Branche berücksichtigen – bei der Höhe der Löhne, aber eben auch der Lehrlingsentschädigungen. Ernszt: „In vielen Branchen sind allerdings höhere Lehrlingsentschädigungen überfällig. Bei Anhebung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne müssen immer auch die Lehrlingseinkommen mit erhöht werden.“ Im ersten Lehrjahr sollte etwa nicht weniger als 40 Prozent des jeweiligen Mindestlohns bezahlt werden, das wären bei den geforderten 1.700 Euro dann 700 Euro Mindestlehrlingsentschädigung.

Interessant sei die grüne Forderung nach Stärkung der Berufsschulen. Die ÖGJ fordert hier mehr Unterrichtsstunden. "Unternehmen erwarten von Lehrlingen immer mehr Kenntnisse und Fähigkeiten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Berufsschulen ausgebaut und modernisiert werden", fordert Ernszt. Das ÖGJ-Modell sieht vor, dass in einem ersten Schritt ausnahmslos alle Lehrberufe auf 1.260 Berufsschulstunden angehoben werden, wie das bei fast 90 Prozent der Lehrberufe bereits der Fall ist. In einem zweiten Schritt soll die tägliche Unterrichtszeit von neun auf sieben Stunden verkürzt werden. Drittens sollen die angebotenen Unterrichtsfächer um beispielsweise Fremdsprachen und Sportangebote ausgebaut, und die Gesamtstundenzahl auf 1.680 Berufsschulstunden erhöht werden, indem ein zweiter Berufsschultag eingeführt wird. Ernszt: "Die Investitionen fließen direkt in eine bessere Ausbildung der Jugendlichen. Bei einer Verkürzung der täglichen Unterrichtszeit könnten zum Beispiel mehr Förderprogramme für lernschwache Lehrlinge und freie Fächer für lernstarke Lehrlinge angeboten werden."

Qualitätsgebundenes Fördermodell statt „Gießkannenprinzip“

Die von Grüne-Wirtschaft-Vorsitzender Sabine Jungwirth im APA-Interview präsentierten Ideen zur Lehrlingsförderung dürften grundsätzlich dem ÖGJ-Modell für einen Ausbildungsfonds entsprechen, in den Firmen einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und aus dem Betriebe, die qualitativ hochwertig ausbilden, Förderungen erhalten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die Unternehmen finanziert werden. Ernszt: "Die Ausbildungsfinanzierung muss auf eine gerechtere Grundlage gestellt werden, damit wieder mehr Unternehmen die Lehrlinge von Anfang an selbst ausbilden. Das alte Gießkannen-Prinzip hat versagt. Es freut mich, dass das nun auch VertreterInnen der Wirtschaft einsehen."

Rückfragehinweis:

ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Florian Kräftner
01/53 444-39 264, 0664/301 60 96
florian.kraeftner@oegb.at
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