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Gewerkschaft will Bauaufträge an Arbeitszeiteinhaltung koppeln

Im öffentlichen Bereich - Maßnahmenpaket soll Bauarbeiter gesündere Pension ermöglichen

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Gewerkschaft will Bauaufträge an Arbeitszeiteinhaltung koppeln


Utl.: Im öffentlichen Bereich - Maßnahmenpaket soll Bauarbeiter gesündere Pension ermöglichen =

Wien (APA) - Forderungen nach einer Anhebung des Pensionsalters auf 67 Jahre und höhere Abschläge bei Frühpensionen sind für die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) bei Bauarbeitern nicht denkbar. Stattdessen müssten die Rahmenbedingungen geändert werden, damit Arbeitnehmer gesünder in den Ruhestand treten können. Ein Hauptproblem bestehe im zunehmenden Zeitdruck und daraus resultierenden überbordenden Überstunden. GBH-Vorsitzender Josef Muchitsch will deshalb öffentliche Auftraggeber stärker in die Pflicht nehmen, wie er am Montag sagte.

Konkret plädierte der Gewerkschaftschef in einer Pressekonferenz dafür, dass bei Ausschreibungen öffentlicher Bauaufträge verpflichtend die Beschränkung der Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden pro Tag enthalten sein muss. Auch Förderungen für Bauprojekte sollen an dieses Kriterium gekoppelt werden. Derzeit seien 15 Stunden Realität, versicherte Muchitsch. Thomas Gerstbauer, GBH-Landesgeschäftsführer für Wien, kritisierte, dass auch im öffentlichen Bereich Bauzeiten immer kürzer anberaumt würden, womit der Leistungsdruck steige.

Die Forderung ist Teil eines Sieben-Punkte-Pakets, mit dem die Pensionsproblematik am Bau gelöst werden soll. Denn derzeit erreichen nur rund 1.000 von bundesweit 130.000 Bauarbeitern die Schwerarbeiterpension, die ab dem 60. Lebensjahr zusteht. Allerdings gehen laut Muchitsch die Mitarbeiter der Branche durchschnittlich im 58. Lebensjahr in den Ruhestand - aus körperlichen Gründen. Eine "Flucht" in die vorzeitige Rente zahle sich schon rein finanziell nicht aus, verwies er auf die durchschnittliche Bau-Frühpension von 987 Euro brutto.

Das von der Gewerkschaft geforderte Maßnahmenpaket enthält u.a. flächendeckende Gesundheitsförderprogramme, die Einführung einer Art Altersteilzeitmodell, klare gesetzliche Regelungen in Bezug auf Schlechtwetter und beim Verbrauch von Alturlaub sowie mehr Aus- und Weiterbildung: "Wenn jemand mit 15 Jahren in der Künette beginnt und mit 50 immer noch dort ist, kann er nicht mehr gesund sein."

Laut GBH-Chef hat es bereits erste Gespräche zwischen den Bau-Sozialpartner über die Umsetzung der Vorschläge gegeben. Über den Sommer soll nun berechnet werden, was die einzelnen Maßnahmen kosten würden. Ab September gehen die Verhandlungen dann auf "Spitzenebene" weiter, so Muchitsch. Dieser zeigte sich heute zuversichtlich: "So nah, diese Problematik anzugehen, waren wir uns noch nie."
(Schluss) rie/mac/vef

APA0223 2012-07-23/12:09

231209 Jul 12

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