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ÖGJ-Tiefenbacher: Lehrausbildung ist eine Top-Ausbildung, aber schwarze Schafe schaden dem Image

Jeder dritte Lehrling ist unzufrieden. Investitionen in Qualität der Ausbildung und in Berufsschulen sind dringend nötig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken
„Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell und bietet jungen Menschen eine Top-Ausbildung, mit der sie für die Zukunft optimal vorbereitet sind“, sagt Richard Tiefenbacher, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) bei der heutigen Diskussionsveranstaltung „Deine Lehre – Deine Zukunft“ im Parlament. Aber es müsse auch ständig an der Verbesserung der Ausbildungsbedingungen gearbeitet werden. „Denn schwarze Schafe gibt es nicht nur in Märchenbüchern, sondern auch am Ausbildungsmarkt, und die schaden dem Image“, kritisiert der ÖGJ-Vorsitzende.
 
Jeder dritte Lehrling ist laut österreichischem Lehrlingsmonitor unzufrieden mit der Ausbildung, ein Drittel muss Überstunden machen, viele davon unbezahlt und unfreiwillig, 18 Prozent müssen ausbildungsfremde Tätigkeiten durchführen. „Das kann nicht sein. Wenn Lehrlinge mit solchen Bedingungen, unbezahlten Überstunden und Autoputzen für den Chef in das Berufsleben einsteigen, dann darf sich niemand wundern, wenn das Image der Lehre darunter leidet.“ Tiefenbacher weiter: „Dazu kommt, dass nur drei von 100 Bildungseuros in die Berufsschulen fließen. Overhead Projektoren und herunterfallender Putz sind dort keine Seltenheit. Das ist bezeichnend für den Stellenwert, den die Lehrausbildung offenbar bei den politisch Verantwortlichen hat.“ Angesichts des Fachkräftebedarfs sei das eine Katastrophe. „Denn die Lehre ist Teil der Lösung gegen den Fachkräftemangel, aber nur dann, wenn auch die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen passen.“ 
 
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