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Baupakt-Partner fordern neue Sanierungsoffensive

Dämmung forcieren – Kosten und Energieverbrauch reduzieren
Die beste Energie ist die, die nicht erzeugt und verbraucht werden muss! Um den Energiebedarf unserer Gebäude zu senken und damit Energiekosten zu sparen, fordern die Baupaktpartner eine Dämmungs-Offensive. Dafür braucht es stärkere Anreize und ein erhöhtes Bewusstsein, dass sich eine Sanierung gerade jetzt gleich mehrfach rechnet.
 
Die aktuelle Energie- und Teuerungskrise zeigt: An effektiven, schnellen Maßnahmen zur Energieeinsparung führt kein Weg vorbei. Ein Viertel des heimischen Energieverbrauchs betrifft unsere Gebäude. Das merken die Österreicherinnen und Österreicher gerade an deutlich gestiegenen Energiekosten, die durch eine thermische Sanierung nachdrücklich gesenkt werden können.
 
Die Argumente sprechen für sich! Bessere Dämmung bedeutet weniger Heiz- und Kühlbedarf und damit geringeren Energieverbrauch. Das senkt die Kosten und spart knappe Ressourcen. Gleichzeitig stärkt das Dämmen die regionale Wertschöpfung, erhält und schafft Arbeitsplätze und senkt den CO2-Ausstoß. Ein gut gedämmtes Haus ermöglicht auch die freie Auswahl einer modernen Heizanlage und den Einsatz effizienterer, kleinerer und klimafreundlicher Heiz- und Kühlsysteme. Ein Gewinn für die Umwelt, das Geldbörsel, die Versorgungssicherheit, die Wettbewerbsfähigkeit und den Arbeitsmarkt. Benötigt wird daher kurzfristig ein Förderbetrag, der die Leistbarkeit unterstützt: eine Erhöhung der Fördersumme pro thermischer Sanierung von 6.000 Euro auf 20.000 Euro.
 
Bewusstsein erhöhen und Anreize verstärken
 
Weiters braucht es ein erhöhtes Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit einer Dämmung. Durch eine öffentliche, breitenwirksame Werbekampagne und ein klares politisches Bekenntnis kann die Investitionsbereitschaft deutlich erhöht werden. Vor allem muss laut und deutlich kommuniziert werden, dass sich eine thermische Sanierung in der Regel in unter zehn Jahren rechnet, bei aktuellen Energiepreisen oftmals sogar deutlich schneller.
 
Die Politik darf die Bevölkerung beim Energiesparen nicht allein lassen. Eine Analyse des SORA-Instituts zeigt, dass bei einer Fördersumme ab 20.000 Euro die Investitionsbereitschaft deutlich steigt. Daher fordern die Baupaktpartner - ein Zusammenschluss aus Gewerkschaft Bau-Holz, Fachverband der Stein- und keramischen Industrie und Bundesinnung Bau der Wirtschaftskammer Österreich sowie die Umweltorganisation GLOBAL 2000 - dass die finanziellen Anreize auf dieses Niveau erhöht werden müssen, um die Potenziale zu heben und die Leistbarkeit zu unterstützen. Nur mit einer kräftigen Erhöhung des Förderbetrags kann die stagnierende Sanierungsrate endlich steigen. 50 Prozent des Gebäudebestands gilt als thermisch unzureichend, es gibt also viel zu tun!
 
Bei den aktuellen Energiepreisen, drohenden Engpässen und einer sich abschwächenden Konjunktur braucht es rasch wirksame Maßnahmen, um Energie(-kosten) zu sparen und gleichzeitig Arbeitsplätze zu sichern. Die Devise muss lauten: Die beste Energie ist die nicht gebrauchte! Daher fordern wir in unserem Positionspapier eine Sanierungsoffensive, die den auch Namen verdient. Forcieren wir gemeinsam die Dämmung.
 
Bmstr. Ing. Robert JÄGERSBERGER, Bundesinnungsmeister der Bundesinnung Bau: „Die Politik sollte angesichts der konjunkturellen Eintrübung verstärkt auf die positiven Effekte von Bauinvestitionen setzen. Die thermische Gebäudesanierung ist ökologisch sinnvoll und hat darüber hinaus enorme Hebelwirkungen: eine höhere Beschäftigung mit Rückflüssen aus Lohn- und Umsatzsteuer sowie Sozialversicherungsbeiträgen. Aktuell sind Investitionsprogramme gefragt, die zum Erreichen der ökologischen Zielsetzungen der Bundesregierung beitragen und gleichzeitig wichtige Impulse für die heimische Beschäftigung setzen. Die Bauwirtschaft mit ihren vielfältigen gesamtwirtschaftlichen Verflechtungen und ihrer Multiplikator-Wirkung eignet sich ideal dafür, ökologische als auch ökonomische Impulse zu setzen.“
 
Abg. z. NR Josef MUCHITSCH, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz: „Was hilft es, wenn nur Heizsysteme umgestellt werden, aber die Gebäude nicht – oder nur sehr schlecht isoliert bleiben. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, dass nun auch die finanziell wesentlich aufwändigeren Gebäudesanierungen attraktiv gefördert werden. Nur dann kann man von einem echten und nachhaltigen Klimaschutz sprechen, bei dem vor allem Energie eingespart wird. Zusätzlich sichern und schaffen wir so für 2023 und die Folgejahre tausende Arbeitsplätze. Aktuell sind die Auftragsbücher am Bau zwar noch voll – das wird sich nächstes Jahr aber leider ändern. Weder Private noch Kommunen werden sich durch die enormen Preissteigerungen Bau-Investitionen leisten können. Der massive Rückgang bei den privaten Wohnkrediten wird sich ab 2023 im Wohnungsneubau negativ auswirken. Die Regierung muss jetzt handeln, damit wir in den nächsten Jahren Energie sparen und Arbeitsplätze sichern können.“
 
Mag. Robert SCHMID, Obmann des Fachverbands Stein- und keramische Industrie in der WKO: „Wir alle diskutieren ständig, welche Energie verfügbar, leistbar, klimaneutral ist. Dabei geht es doch vielmehr um die Frage: Wie können wir einfach weniger Energie verbrauchen – ohne auf Lebensqualität zu verzichten oder um sogar die Wohnqualität zu steigern? All diese Eigenschaften könnten wir auf einen Schlag realisieren, indem wir unseren Häusern einen `Pullover´ überziehen. Eine Dämmung sorgt für mehr Wohlbefinden im Winter wie auch im Sommer. Darüber sollten wir alle viel mehr nachdenken oder besser: Es einfach tun. Denn nur die nichtverbrauchte Energie ist eine verfügbare, leistbare, klimaneutrale.“
 
Mag. Johannes WAHLMÜLLER MSc, Klima- und Energie-Kampaigner GLOBAL 2000: „Es ist positiv, dass die Bundesregierung die Mittel für thermische Sanierung und Heizkesseltausch aufstockt. Insbesondere bei der thermischen Sanierung braucht es eine Erhöhung der Förderung für umfassende Sanierungen und den Start einer Kampagne, damit das Thema einer breiten Öffentlichkeit wieder verstärkt ins Bewusstsein rückt. Die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird. Mit Gebäudedämmung kann der Energieverbrauch je nach Gebäude um bis zu 70 Prozent reduziert werden und der Wohnkomfort wird erhöht. Es gibt keine bessere Möglichkeit, Klimaschutz und die Erhöhung der Lebensqualität zu vereinbaren, also packen wir gemeinsam an und machen uns unabhängig von ausländischen Energieimporten.“ 
 
Service
Grafik Effizienzvergleich Gebäudestandards sowie Positionspapier „ENERGIESPARSCHECK ist der neue Sanierungsscheck“ als Download unter: www.gbh-news.at/sanierungsoffensive
Die Gewerkschaft Bau-Holz in
den Bundesländern...