GBH

Arbeitgeber sind auf dem „Holzweg"

Betriebsräte aus 150 Betrieben fordern faires KV-Angebot
Die Kollektivvertragsverhandlungen für die holzverarbeitende Industrie stehen derzeit defacto bei Null: Trotz guter Auftragslage haben die Arbeitgeber in den bislang zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt. Aus diesem Grund versammelten sich Betriebsräte aus 150 Betrieben – darunter auch zahlreiche Tiroler - vor dem Haus der Industrie in Wien, um für faire Lohn- und Gehaltserhöhungen, der die der wirtschaftlichen Situation der Branche entsprechen, Druck zu machen.
 
Christian Hauser, Tirols Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz, spricht von einem „untragbaren Zustand“ und appelliert an die Arbeitgeber: „Die Auftragslage in den holzverarbeitenden Industrien liegt österreichweit im Spitzenfeld. Keine Woche vergeht, in der es keine Jubelmeldung über ein hervorragendes Wachstum gibt. Die wirtschaftlichen Nachteile der Branche in der Corona-Krise waren wesentlich schwächer als befürchtet. Im Gegenteil, die Aufträge können kaum abgearbeitet werden. So gut wie jetzt ging es der Industrie schon lange nicht mehr. Die Beschäftigten leisten auch während der Corona-Krise und unter erschwerten Bedingungen hervorragende Arbeit. Das muss den Beschäftigten jetzt in Form einer fairen Lohnerhöhung und mit mehr Freizeit abgegolten werden. Liebe Arbeitgeber, ihr seid auf dem Holzweg, legt ein faires Angebot vor und leistet, wie die Beschäftigten, einen wichtigen Beitrag für den Weg aus der Krise.“ 
 
Auch Harald Schweighofer, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA Tirol, hofft auf ein baldiges Einlenken der Arbeitgeber „Wir gehen davon aus, dass die Arbeitgeber das deutliche Signal unserer BetriebsrätInnen verstehen und sich unserer jahrelang gelebten Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe besinnen. Es muss doch möglich sein, bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 10. Mai endlich ein respektvolles Angebot vorzulegen. Wenn nicht, finden die nächsten Schritte nicht mehr öffentlich, sondern direkt in den Betrieben statt. Dort würden wir die Beschäftigten persönlich über die Vorgehensweise und geringe Wertschätzung der Arbeitgeber informieren.“
 
Die beiden verhandelnden Gewerkschaften Bau-Holz und GPA fordern lediglich das, was den Beschäftigten zusteht: faire, der wirtschaftlichen Situation entsprechende Lohn- und Gehaltserhöhungen, sowie mehr und dringend benötigte Freizeit, um weiter so hochproduktiv arbeiten zu können. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 10. Mai statt.
 
Die Gewerkschaft Bau-Holz in
den Bundesländern...