GBH

ÖGJ-Tiefenbacher: „Arbeitgeber haben es selbst in der Hand, Lehrlingen Lehre mit Matura zu ermöglichen“

Rechtsanspruch auf Lehre mit Matura während der Arbeitszeit ist längst überfällig - Aufwertung der Lehre braucht mehr als Namensänderungen
„Dass die Lehre attraktiver gemacht werden muss und eine Imageaufwertung braucht, darüber sind sich alle einig“, kommentiert Richard Tiefenbacher, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), die heute präsentierte Studie von z.l.ö. und IV. „Klar muss aber auch sein, dass in vielen Bereichen die Ausbildung ungenügend ist, Lehrlinge als HilfsarbeiterInnen ausgenutzt werden, die Lehrlingseinkommen zu niedrig sind, Überstunden nicht bezahlt werden oder sogar verbotenerweise geleistet werden müssen“, verweist Tiefenbacher auf die Ergebnisse des 4. Lehrlingsmonitors der Gewerkschaftsjugend. „Solange diese Probleme nicht gelöst werden, werden wir eine Aufwertung der Lehrausbildung nicht schaffen. Da helfen auch Namensänderungen nichts.“
 
Dass das Modell Lehre mit Matura hoch im Kurs liegt, sei nicht überraschend. Das Problem, warum es nur von 10 bis 15 Prozent genutzt werde, ist, „dass Lehrlinge die Maturakurse zusätzlich zu ihrer Vollzeitausbildung absolvieren müssen. Das ist für die einen eine zusätzliche Belastung und für andere aufgrund ihrer Arbeitszeiten etwa im Handel oder Gastronomie, gar nicht möglich. Denn die allerwenigsten Arbeitgeber ermöglichen ihren Lehrlingen die Matura während der Arbeitszeit zu absolvieren“, erklärt der ÖGJ-Vorsitzende. „Wir fordern daher schon lange einen Rechtsanspruch auf Lehre mit Matura während der Arbeitszeit.“
 
„Die Arbeitgeber haben es zum Großteil selbst in der Hand, das Image der Lehre aufzubessern. Denn gute Entlohnung, qualitativ hochwertige Ausbildung und Lehre mit Matura während der Arbeitszeit können sie auch jetzt schon selbst umsetzen“, so der Jugendvorsitzende abschließend. 
 
Lehrlingsmonitor auf www.oegj.at
 
Die Gewerkschaft Bau-Holz in
den Bundesländern...