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FSG/ÖGK-Huss: Plötzlich abgemeldet. Wiederanmeldung bei ELGA jederzeit möglich

Opt-in bei ELGA ganz leicht, viele der rund 300.000 herausoptierten Versicherten wollen zurück
297.000 Personen haben sich von der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA abgemeldet. Viele wissen das gar nicht mehr und wollen nun wieder einsteigen. Das ist als Voll- oder Teilanmeldung leicht möglich, sagt ÖGK-ArbeitnehmerInnenobmann Andreas Huss.
Die Elektronische Gesundheitsakte ELGA wurde in Österreich eingeführt, um die PatientInnenrechte zu stärken. Jede/r BürgerIn erhält dadurch die Möglichkeit, die eigenen Gesundheitsdaten, wie Medikamente, Röntgen- oder Laborbefunde und Entlassungsbriefe jederzeit einzusehen. Über das ELGA-Portal kann die/der BügerIn mittels Handysignatur diese Daten abrufen. Auch die/der behandelnde Ärztin/Arzt kann bei einem aktuellen Behandlungsverhältnis auf die Daten zugreifen. So ersparen sich die PatientInnen Mehrfachuntersuchungen und damit Belastungen, Wartezeiten und Wege. Im Notfall kann ELGA auch Leben retten. Auch der e-Impfpass ist Teil des ELGA Systems. 
 
Ärzte machten Stimmung gegen ELGA
 
Als zu Jahresbeginn 2014 das ELGA Portal startete und damit die Diskussion um die Vorteile der individuellen Teilnahme und der Abmeldemöglichkeiten, genannt Opt-Out, machten bekennende ELGA Gegner unter den ÄrztInnen Stimmung für eine ELGA-Abmeldung. Deren Kampagne war gegen die Weiterentwicklung im Gesundheitssystem gerichtet, um eigene Berufsgruppen-Interessen zu schützen. Ein Teil der Kampagne war, dass ÄrztInnen in den Ordinationen den „PatientInnen-Service“ anboten, die ELGA-Abmeldung in Vertretung zu übernehmen. Vollmachten dazu wurden den PatientInnen in den Ordinationen vorgelegt. Die Folge war, dass in manchen Fällen ganze Ordinations-Populationen geschlossen von ELGA abgemeldet wurden.
 
Heute sind 297.000 Personen, also ca. 3,4 % der potentiellen ELGA-NutzerInnen, von dem Dienst abgemeldet. 
ÖGK-ArbeitnehmerInnen-Obmann Andreas Huss: „Viele der abgemeldeten Versicherten sind in diesen Tagen überrascht, weil sie bemerken, nicht in ELGA eingetragen zu sein. Sie können sich an ihr damaliges Einverständnis nicht mehr erinnern oder haben ihre Meinung geändert. Aber: Keine Panik! Wieder einsteigen ist ganz leicht.“ 
 
Ganz einfach per Handysignatur oder mit einem einfachen Antrag kann man sich für ELGA wieder anmelden. Das Formular kann man telefonisch über die ELGA-Serviceline 050-1244411 anfordern oder das Online-Formular auf der Portalseite www.elga.gv.at ausfüllen. Es gibt auch die Möglichkeit, sich nur in Teilen bei ELGA anzumelden. So ermöglicht das Formular die Vollanmeldung oder Anmeldung nur für die e–Befunde oder nur für die e-Medikation. 
 
Andreas Huss: „Was gar nicht geht, ist eine Benachteiligung von Versicherten, die sich von ELGA abgemeldet haben, wie etwa jetzt bei den Gratistests. Die Regierung muss das bei ihren Plänen dringend berücksichtigen. Unabhängig davon: Nutzen Sie die Möglichkeit der Wiederanmeldung, es ist ganz leicht und die Vorteile sprechen eindeutig dafür. Aber die Wiederanmeldung bei ELGA muss immer eine persönliche, freie Entscheidung bleiben. Eine Abmeldung darf niemals zu Benachteiligungen in der Gesundheitsversorgung führen.“ 
 
Die Gewerkschaft Bau-Holz in
den Bundesländern...