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ÖGK-Huss: Moderne, pauschalere Honorierung für KassenärztInnen soll Versorgungssicherheit für Versicherte bringen

Ärztekammer-Leistungskatalog soll nun endlich präsentiert werden
Seit etwa eineinhalb Jahren kündigt die Österreichische Ärztekammer die Präsentation eines Vorschlags für einen neuen KassenärztInnen-Leistungskatalog an. Zwei Pressekonferenzen wurden mittlerweile in den letzten Monaten angesetzt und kurzfristig wieder abgesagt. Zuletzt wurde wieder eine Präsentation ohne Termin angekündigt. 
 
ÖGK-ArbeitnehmerInnen-Obmann Andreas Huss: „Das von der Ärztekammer angestrebte Einzelleistungssystem ist mittlerweile für viele Ärzte abschreckend. Es setzt falsche Anreize und macht die KassenärztInnen komplett abhängig von der Patienten-Frequenz. Die ÖGK arbeitet daher daran, analog den Vorgaben für die Primärversorgungseinheiten ein pauschales System zu entwickeln, das viele Vorteile sowohl für die Versicherten als auch die ÄrztInnen hat.“
 
Derzeit gibt es nach der Fusion der Gebietskrankenkassen immer noch neun unterschiedliche Ärzteverträge. In der Coronakrise haben wir gesehen, dass die Abhängigkeit der ÄrztInnen in den Ordinationen von der Menge der PatientInnen sehr groß ist. Diese Abhängigkeit von der Mengenausweitung der PatientInnen hat auch in den Normalzeiten negative Auswirkungen für unsere Versicherten. Das soll sich nun ändern.
 
Huss: „Wir wollen durch eine Modernisierung der Honorierung der selbständigen Vertragspartner eine Verbesserung der Qualität der Versorgung schaffen. Vor allem die kontinuierliche Betreuung von chronisch kranken Versicherten könnte durch eine pauschale Abgeltung von Betreuungspaketen einen qualitativen Quantensprung machen und gleichzeitig krisenfest gemacht werden.“
 
Ein Ausbau von pauschalierten Honorierungsmodellen würde dazu beitragen, dass mehr Zeit für den Patienten zur Verfügung steht, der dies braucht, vor allem, wenn die Pauschalen z.B. nach Alter und chronischer Erkrankung gestaffelt werden. Es brächte aber auch Einkommenssicherheit für ÄrztInnen, wie sich in der Coronakrise gezeigt hat.
 
Das moderne Honorierungssystem soll Anreize für junge ÄrztInnen setzen, eine Kassenstelle zu übernehmen und Vorteile für die Versicherten bringen, für die eine qualitativ hochwertige Versorgung gesichert ist. Die neuen Honorierungs-Modelle sollen gemeinsam mit den ÄrztInnen entwickelt werden und in Form eines neuen Gesamtvertrags umgesetzt werden. Begleitend dazu ist ein wirksames und unabhängiges Qualitätsmonitoring zu schaffen.
Parallel dazu ist eine Aufwertung der gehobenen Pflege und ein verstärkter Einsatz anderer Gesundheitsberufe umzusetzen. Das betrifft insbesondere Tätigkeiten, die schon bisher in bewährter Weise von der Pflege durchgeführt wurden. So können sich ÄrztInnen mehr Zeit für PatientInnen nehmen und sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Weiters können, unterstützt auch durch elektronische Anmeldesysteme, Wartezeiten reduziert werden.
Andreas Huss: „Die Ärztekammer soll uns endlich ihren Vorschlag präsentieren. So können wir vernünftige Learnings aus der Corona-Krise ziehen.“
 
Die Gewerkschaft Bau-Holz in
den Bundesländern...