GBH

Organizing - Was ist das?

Organizing will...
  • die Betroffenen mobilisieren
  • Mitglieder zu aktiven Mitgliedern machen
  • Nicht-Mitglieder zu Mitgliedern machen
  • Die KandidatInnensuche für Betriebsratswahlen unterstützen
  • Aktive für Kommunikationsnetzwerke finden
  • Mehr Beteiligung, weniger Stellvertretung!
  • Höhere Durchsetzungsmacht auf betrieblicher Ebene, Konzern- und     Branchenebene. Bei z.B. BR-Wahlen, KV-Runden, MG-Gewinnung, etc.
  • Erhöhung der Mitgliederbindung durch kollektives Handeln (Beteiligung)
  • BetriebsrätInnen und Mitglieder fühlen sich als GewerkschafterInnen,  denn Gewerkschaft sind wir „ALLE“
  • Beschäftigte organisieren sich und am Ende stehen mehr BetriebsrätInnen, JugendvertrauensrätInnen, Körperschaften sowie Mitgliederzuwachs und dadurch mehr Stärke im Betrieb!


Die drei Kampagnentypen im Organizing

1. Organisierungskampagne - Aufbau einer lebendigen Gewerkschaft im Betrieb. Betriebserschließung, Aufbau u. Verankerung gewerkschaftlicher Strukturen.
2. Mobilisierungskampagne   - Aufbau von Handlungs-, Aktions- und Streikfähigkeit in unseren Betrieben und Branchen (z.B. KVV).
3. Druckkampagne – Alternative Arbeitskampfform, u.a. gewerkschaftliche Konflikte zu öffentlichen Themen machen.

Organizing hat

  • eine methodische,
  • eine inhaltliche und 
  • eine strukturelle Bedeutung.

Methodisch: Innovative Werbepraktiken

Inhaltlich: z.B. die Gewerkschaft als soziale Bewegung

Strukturell: z.B. hin zur Beteiligungsgewerkschaft

Organizing in der Praxis

In einem Betrieb mit Betriebsrat gab es Abteilungen, in denen die Beschäftigten unzufrieden mit dem Informationsfluss waren, in anderen Abteilungen gab es Probleme mit der Arbeitsumgebung.

Der Betriebsrat und die Organizer der Gewerkschaft wurden gemeinsam aktiv. Über den Betriebsrat wurden Aktive im Betrieb gefunden, die bereit waren, Teil eines Kommunikationsnetzwerkes zu werden. Über das so aufgebaute Netzwerk fließen in 1:1 Gesprächen (persönlichen Gesprächen) nun die Informationen deutlich besser, viele Missstände konnten beseitigt werden. Es gibt nun viel mehr aktive Beteiligung der Beschäftigten, die Arbeitszufriedenheit stieg und deutlich mehr Beschäftigte interessieren sich nun auch für eine Tätigkeit im Betriebsrat.

In einem Betrieb ohne Betriebsrat gab es zahlreiche Missstände. Versuche, einen Betriebsrat zu gründen, wurden im Keim erstickt, die Beschäftigten massiv unter Druck gesetzt.


Organizing ist vielfältig

Es gibt für unterschiedliche Erfordernisse auch unterschiedliche Werkzeuge, die gezielt eingesetzt werden.

Hier noch eine kleine Auswahl von Organizing-Werkzeugen:

  • Erstellung von Betriebslandkarten
  • Identifizierung von „heißen“ Themen
  • 1:1 Kommunikation
  • Hausbesuche
  • Aufbau von Aktivenkreisen - Aktiventreffen
  • Etablierung eines Organizing-Teams
  • Aufbau von Kommunikationsnetzwerken
  • Trainings für Aktive
  • direkte und indirekte Aktion


Mehr dazu bei Koll. Christian Schneeweiß, diplomé, christian.schneeweiss@gbh.at, Fax 01/534 44-105354.


Erfolgreiche Organizing-Gewerkschaften:

SEIU - Mitgliederzuwachs:
 1990:    878.000 Mitglieder
 2000: 1.153.000 Mitglieder
 2006: 1.662.000 Mitglieder
 Heute ~ 2,2 Mio. Mitglieder

„Das schönste Flugblatt, das tollste Buch nützt nichts, wenn wir im Betrieb nicht stark sind.“ Detlef Wetzel, IG-Metall-Vizechef
IG-Metall Mitgliederzuwachs:
 Im Jahr 2011:    + 15.000 Mitglieder
„Das ist das erste echte Mitgliederplus seit über 22 Jahren“, sagt IG-Metall-Chef Berthold Huber.

Organizer starteten mit Hausbesuchen bei den Beschäftigten und bildeten mit ihnen Kampagnenteams. Gemeinsam wurden Kampagnen und Maßnahmen erarbeitet, die letztlich die Situation deutlich verbesserten.

Die Gewerkschaft Bau-Holz in
den Bundesländern...